„Habgier ist das übersteigerte Streben nach materiellem Besitz, unabhängig von dessen Nutzen.“  Das ist die Definition laut Wikipedia. Da fand ich das Leben in unserer Gesellschaft doch perfekt beschrieben. Interessant finde ich auch, daß diese Todsünde – anders als z.B. Wollust, Völlerei oder Neid – in die Rechtsprechung Eingang gefunden hat. Wenn ein Täter ausschließlich oder weitgehend von Habgier geleitet wurde, wenn er jemand getötet hat, wird seine Tat als Mord (darauf steht immer eine lebenslange Freiheitsstrafe) und nicht als Totschlag (Strafrahmen: von 5 Jahren bis zur lebenslangen Freiheitsstrafe) beurteilt. Habgier wird dabei schon unterstellt, wenn der Täter vermeiden will, dem Getöteten etwas zahlen zu müssen.

 

Wie gierig sind wir denn?

Ein psychologisches Experiment gibt uns Hinweise auf unser Denken und Handeln. Probanden eines Versuchs sollten zunächst angeben, wieviel kleine Täfelchen Schokolade sie innerhalb von fünf Minuten verzehren könnten. Die Schätzung lag bei vier Täfelchen. Diese Schätzung stimmte. Dann bekamen sie die Aufgabe, einem unangenehmen Geräusch zu lauschen, für das sie je Zeiteinheit ein Täfelchen Schokolade bekamen. Nicht, daß die Probanden nach vier Täfelchen aufgehört hätten, sich selbst mit dem Geräusch zu quälen. Nein, im Schnitt erlangten sie 11 (!) Täfelchen – eine total unsinnige Aktion, da sie sieben davon nach den 5 Minuten, die ihnen zum Verzehr erlaubt waren, zurückgeben mußten.

Kommt dir die beschriebene Situation irgendwie vage bekannt vor? Kennst du Menschen, die genau das tun würden? Und dann schreibt der berüchtigte Börsenspekulant Ivan Boesky: „Es ist gut wenn man habgierig ist. Ich möchte sogar behaupten, dass es gesund ist, habgierig zu sein. Du kannst gierig sein und dich dabei gut fühlen.“ Ich kenne aus meiner Zeit in der Wirtschaft einige, die dem unbedingt zustimmen würden.

Versuche wie der oben Beschriebene werden ebenso wie Fragebögen benutzt, um das Ausmaß an Gier eines Menschen zu erfassen. Ein solcher von Prof. Hewig in Würzburg entwickelter Fragebogen ergab einen durchschnittlichen Wert für die meisten Menschen. Ausreißer nach oben und unten gab es nur wenige. Allerdings konnten die Forscher länderspezifische Unterschiede feststellen. In den USA lag der Wert deutlich höher als in Deutschland. Parallel ergab eine Umfrage unter amerikanischen Teenagern, daß die Hälfte ihre eigene Altersgruppe durchgängig für zu gierig hält (wahrscheinlich sich selber ausgenommen 😉). Und – Überraschung! – amerikanische Wissenschaftler haben herausgefunden, daß reiche Menschen sich mehr Bonbons aus einem Glas nahmen als arme, also gieriger sind.

 

Woher kommt dieses Streben, immer mehr zu besitzen?

Nach Angaben des statistischen Bundesamtes besitzt jeder Mensch in Deutschland ca. 10.000 Dinge (!!). Zum Vergleich: vor 100 Jahren besaß eine Familie durchschnittlich 180 Dinge. Jetzt könnte man einwenden (und viele tun das auch), daß diese Anzahl die Prosperität unserer Wirtschaft zeigt, unseren Erfolg und unseren Wohlstand. Doch wieviel davon benötigen wir wirklich? Und macht uns dieser Besitz glücklich?

Seit wann, glaubst du, gibt es im Menschen dieses Streben, mehr zu besitzen als sein Nachbar? Wenn wir ins Tierreich sehen, gibt es natürlich viele Tiere, die sich bis aufs Blut um die besten Teile eines erlegten Tieres streiten. Allerdings nur, bis sie satt sind. Das gilt allerdings nur für die Wildformen – bei domestizierten Katzen oder Hunden kann es schon vorkommen, daß sie auch dann um Futter kämpfen, wenn sie schon längst satt sind.

Kann man daraus schließen, daß es etwas wie Habgier bei den Wildbeutern in Vergangenheit und Gegenwart nicht gegeben hat? Sehen wir uns als Beispiel die Lebensweise der heute noch sehr ursprünglich lebenden und genetisch den ersten Vertretern des Homo sapiens am nächsten stehende Volksgruppe (mehr zur Erbgutanalyse der San hier) – die San der Kalahari – an. Sie leben noch heute als reine Wildbeuter ohne eine hierarchische Stammes- oder Clanstruktur. Ihr Besitz ist an den Nutzen gebunden (Grabstock bei den Frauen, Pfeil und Bogen bei den Männern, Straußeneischalen zum Wassertrinken). Ihr Lebensverständnis bezieht sich auf die Natur und ihre Gaben, die man so nutzt, wie sie für einen selbst wichtig sind. Die Natur gehört allen mit allem, was sie an Gaben bereithält. Der Begriff des Eigentums an Teilen der Natur – Land, Bodenschätze, bestimmte Pflanzen und Tiere – als Voraussetzung für Habgier entzieht sich ihrem Verständnis. Das gleiche findet sich bei all den Amazonas-Stämmen, deren Gebiete für ihre ursprüngliche Lebensweise noch uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Wenn die Wildbeuter noch ohne Habgier lebten, wie sieht es denn dann mit den Menschen in der Anfangszeit von Ackerbau und Viehzucht aus? Catal Hüyük, die größte je entdeckte Siedlung der Jungsteinzeit vor etwa 9000 Jahren mit einer Bevölkerung von bis zu 8000 Menschen zeigt uns noch immer eine sozial undifferenzierte Gesellschaft ohne erkennbare Hierarchie. Die gefundenen Gegenstände sowohl in den Häusern als auch in den Gräbern sind den Tätigkeiten der Menschen zuzuordnen. Eine Ausnahme bilden Obsidianspiegel und weibliche Figurinen, die aber auf Grund der Fundorte keine soziale Sonderstellung der Besitzerinnen vermuten lassen.

Die nächste archäologische Etappe ist Tell Brak. Eine echte Stadt der Bronzezeit, 6500 Jahre alt, gelegen im nordöstlichen Syrien. Spezialistentum, eine gegliederte Gesellschaft sowie differenzierte Gebäude, darunter auch öffentliche, sind hier bereits nachweisbar. In dieser Zeitspanne von 2500 Jahren ist mit den weltlichen und spirituellen Spezialisten das individuelle Eigentum entstanden – die entscheidende Voraussetzung für die Anhäufung von Dingen abseits ihres unmittelbaren Nutzens.

Der Wechsel von der ungebundenen Lebensweise der Wildbeuter zu der sesshaften der Ackerbauern und Viehzüchter brachte auch ungeheure Veränderungen in den Anforderungen an die Menschen mit sich. Es wurde neues Wissen benötigt wie das Wissen um Jahreszeiten und Fruchtfolgen, um Haltbarmachung und Viehzucht, um Herstellung von Gefäßen und Werkzeugen. Häuser mussten gebaut und der Landbau organisiert werden. Pläne, Organisation und Wissen wurden zu wesentlichen Bausteinen dieser Entwicklung und damit die Grundlage für die Veränderung in der Sozialstruktur. Auf einmal waren manche Menschen viel wichtiger für die Gemeinschaft als andere, was zu einer entsprechenden Umsorgung dieser Menschen führen mußte. Und schon vor 5700 Jahren hat König Hammurabi in seinen Gesetzestexten vor allem Vergehen gegen Eigentumsrechte aufgeführt – die Habgier ist erstmals schriftlich belegt. Dafür sprechen auch die ebenfalls in dieser Gesetzessammlung verzeichneten Regelungen für ein Leben auf Pump und die endgültige Einlösung aufgekommener Schulden. Zahlreiche Gesetze stellten Betrügereien aller Art unter Strafe – Eigentumserwerb auf Kosten anderer war augenscheinlich schon vor fast 6000 Jahren voll etabliert.

 

Müssen wir also zwangsläufig habgierig sein?

Daß all diese Veränderungen auch am genetischen Material des Menschen nicht spurlos vorbeigingen, können wir an Mutationen der Gene identifizieren, die unsere Entscheidungen in Bezug auf Moral in der Wirtschaft bestimmen.

Unser Sinn für Fairness und Altruismus ist zu mehr als 40% genetisch bestimmt, hat eine Zwillings-Studie des Ökonomen Björn Wallace vom schwedischen Karolinska Institut gezeigt.

Studien an Tieren machten deutlich, daß die Serotonin-Gene bei Haustieren mutiert sind, wodurch diese weniger angriffslustig als ihre wilden Verwandten sind. Diese Mutationen finden sich auch im menschlichen Erbgut; möglicherweise eine Konsequenz der durch die Seßhaftigkeit erzwungenen dauerhaften Nähe und Enge.

Prof. Ebstein (Jerusalem) hat bewiesen, daß das Gen AVPR1a auf Chromosom 12 das Verhalten von Probanden beeinflusst, die sich in einem Versuch fair verhalten sollten. Sie hatten die vollständige Verfügung über eine bestimmte Geldsumme, die sie zwischen sich und einer zweiten Person aufteilen sollten. Diese zweite Person hat das zu akzeptieren, was ihr von der ersten angeboten wurde. Etwa 20% der Probanden teilten das Geld hälftig, 80% hingegen gaben ein Drittel oder nur ein Viertel ab. Die Probanden, deren Genvariante AVPR1a verkürzt war, gaben der zweiten Person die geringste Summe. 

Weitere Studien (David Rand/ Harvard) belegten einen Zusammenhang zwischen einer Mutation des DRD4- Gens auf dem 11. Chromosom und einer erhöhten Risikobereitschaft in wirtschaftlichen Entscheidungssituationen, verbunden mit einem deutlich höheren Testosterongehalt. Diese Studie hat gleichzeitig darauf hingewiesen, daß auch der hormonelle Status einen wesentlichen Anteil an unserem Verhalten trägt. Wieder andere Studien zeigen, daß Frauen unter Testosteron fairer verhandeln, Menschen beiderlei Geschlechts unter dem Einfluß von Oxytocin mehr Vertrauen in ihren Gesprächspartner haben und ein Areal in unserem rechten vorderen Stirnlappen es uns ermöglicht, zwischen einem kurzfristigen Gewinn und einem langfristig ausgelegten guten Ruf zu entscheiden (Ernst Fehr / Zürich).

Das bedeutet wie immer nicht, daß wir diesen genetischen Einflußfaktoren hilflos ausgeliefert sind. Zum Glück sind unser Körper und unser Geist so komplex, daß wir die Wechselwirkung von Erfahrung, Erziehung und genetischer Prägung in positivem Sinne beeinflussen können.

 

Wie kann man das trainieren?

Zuerst hängt natürlich die Veränderung habgierigen Verhaltens von unserer Einschränkung der eigenen Habgier ab. In der Wissenschaft wird zum z.B. mit Probanden das sogenannte „Ultimatum-Spiel“ gespielt. Einer von zwei Probanden bekommt eine bestimmte Geldsumme und muß sie mit dem anderen teilen. Der andere kann die Aufteilung, die der erste ihm anbietet, ablehnen, dann bekommt keiner etwas. Würdest du auf ein Viertel oder ein Drittel der Gesamtsumme verzichten, weil du nicht die dir fairerweise zustehende Hälfte angeboten bekommst? Wenn ja, gehörst du zu den Menschen, die Ungerechtigkeit nicht akzeptieren. Beim nächsten Mal bietet der erste dir dann wahrscheinlich wenigstens 49% 😊. Dazu kommt, daß du – wenn du unfaires Handeln selbst nicht akzeptierst – auch die Handhabe hast, unfaires Handeln öffentlich zu machen. Je schlechter der Ruf eines Menschen ist, desto häufiger werden auch andere Menschen Ungerechtigkeit von diesem Menschen nicht hinnehmen.

Wenn du einen unfairen Menschen in deinem Umfeld hast, ist es auch sinnvoll, ihm ebenso wenig Hilfe zukommen zu lassen, wie er anderen hilft. Eine in Geld ausgedrückte Bestrafung ist hingegen häufig weniger hilfreich. Denn gierige Menschen erkennen sich selbst nicht als veränderungsbedürftig, sondern verurteilen dann die sie bestrafenden Personen. Und sie kann einen Anreiz darstellen, sich noch rücksichtsloser zu verhalten, um den vorangegangenen Verlust auszugleichen.

Gerade die Kindererziehung ist in Bezug auf Habgier natürlich ein entscheidender Faktor. Kinder müssen lernen, ihren Wunsch nach immer mehr (Dingen, Zuwendung, Beschäftigung) zu kontrollieren. Dabei ist das NEIN der Eltern nichts, was einem Kleinkind erläutert oder begründet werden muß, da es aus seiner Sicht noch nicht zwischen benötigten und gewünschten Dingen unterscheiden kann – auch nicht, wenn sie ihm erklärt werden. Damit ist die von den Eltern so oft gewünschte Einsicht einfach nicht erreichbar. Auch sollte das Gewünschte nicht schlecht geredet werden. Das Wörtchen NEIN bedarf sowieso in der Regel keiner Erläuterung. Damit entgeht man auch jeder weiteren Diskussion.

Was du für dich und andere tun kannst, sind drei ganz einfache Dinge (naja, zugegeben, ganz so einfach sind sie nicht, es ist schon ein bisschen Selbstdisziplin und Reflexion nötig, aber du schaffst das schon😊):

  1. Kaufe nichts, ohne mindestens eine Woche darüber nachgedacht zu haben, ob du das wirklich benötigst. (Natürlich meine ich hier weder Lebensmittel noch Wasser.)
  2. Entrümple deine Wohnung. Versuche rauszufinden, welche die 100 Dinge sind, die du mitnehmen würdest, wenn dir nur 100 erlaubt wären. Und die übrigen kannst du nach und nach entsorgen. (100 sind echt wenig – wie ich aus eigener Liste weiß – , aber eine gute Übung für die Ding, die wirklich unverzichtbar sind.)
  3. Stelle eine Rechnung auf, was du unbedingt an finanziellen Mitteln zum Leben benötigst. (Und damit meine ich: wirklich benötigst, also kein Auto, keine Versicherung, kein Urlaubsgeld). Schau, ob du mit weniger Geld mehr von dem tun könntest, was dir wirklich Freude macht.

Und nun der entscheidende Faktor: unsere Gesellschaft.

Ich will hier nicht zur Revolution aufrufen – obwohl ich als alter Ossi ja mit der Lehre aufgewachsen bin, daß man eine Gesellschaft nur durch eine Revolution verändern kann. Heute meine ich, daß unser Denken, unser Nachdenken, unser Zweifeln und Abwägen uns zu neuen und besseren Entscheidungen und sinnvolleren Verhaltensweisen bringen kann (und muß).

Mal wieder halte ich es hier mit Aristoteles, dem das geistige Wachstum immer wichtiger war als das ökonomische.

Und nicht nur ich tue das. Seit die Klimakatastrophe sich von dem Beigeschmack des Katastrophengeredes ewig gestriger Wohlstandsgegner befreit hat, gibt es immer mehr Medien und Menschen, die kritisch mit unserer Lebensweise ins Gericht gehen. Nicht nur, weil wir mit dem immerwährenden Mantra des Wirtschaftswachstums nunmehr für alle erkennbar die Grundlagen unserer Existenz zerstören, sondern auch, weil die damit einhergehende Individualisierung und die gesellschaftliche Orientierung auf eine wohlstandsorientierte Lebensweise zu immer mehr psychischen Abweichungen und Krankheiten führt.

Wenn ich mir die schon in die Jahre gekommene, aber immer noch zutreffende Maslowsche Bedürfnispyramide ansehe, so stelle ich überrascht fest, daß wir noch immer bei den beiden Basisetappen von Existenzsicherung und Sicherheit festhängen, nur auf einem quantitativ höheren Niveau. Unsere sozialen Bedürfnisse sind nicht nur nicht erfüllt, die Vereinzelung der Menschen ist ja gerade eine Grundbedingung für unser Wirtschaftswachstum. Denn nur so kann die Leere, die durch die Abwesenheit von Verbundenheit entsteht, mit Konsum gefüllt werden. Von der Erfüllung unserer Ichbedürfnisse oder gar einer Selbstverwirklichung ist daher nicht wirklich etwas zu sehen.

Ich habe mal gelernt, daß irgendwann eine bestimmte Quantität in eine neue Qualität umschlagen soll (Engels).

Eine neue Qualität müßte also eine sein, die uns Verbundenheit und Selbstverwirklichung erlaubt. Und tatsächlich gibt es seit Jahrzehnten einen sich immer mehr verstärkenden Trend zur Vereinfachung. Kleiner Wermutstropfen: eine Studie (Etzioni und Grigsby) ergab, daß sich diesem Trend vorwiegend weiße gebildete Großstädter in entwickelten Weltregionen verschrieben hatten. Das führt teilweise zu einer genauso dogmatisch gelebten Einfachheit wie die Gier von Herrn Boesky – was natürlich gern zur Diskreditierung dieser Bewegung genutzt wird. Zum Glück sehe ich in Deutschland in der nachwachsenden Generation einen deutlichen Trend, sich über die Zukunft und das, was darin wirklich wichtig ist, Gedanken zu machen. Leider gibt es nur wenige – überzeugende – Konzepte für eine Zeit nach dem immerwährenden Wirtschaftswachstum. Ein Beispiel entwickelte der deutsche Ökonom Prof. Paech. Ihm schwebt eine Wirtschaftsform vor, in der die täglichen Dinge des Bedarfs wieder im Wesentlichen von jedem selbst produziert werden und für die nicht selbst beherrschten Tätigkeiten und Produkte ein Austausch zwischen den Menschen stattfindet. Für mich war überraschend, wie viele Gemeinschaften weltweit versuchen, genau diese Lebensformen auszuloten – weitgehend unterhalb des Radars der öffentlichen Medien.  Nicht nur Klöster, die schon von alters her Regeln wie Gehorsam, Keuschheit und Armut eingeführt haben, um ein Leben leben zu können, in der die leibliche Existenz gesichert, aber genug Zeit für den spirituellen Weg ist. (Listen zu anderen Gemeinschaften findest du zum Beispiel hier: bei Mondamo oder hier:bei Ökoligenta)

Ich denke selbst oft, daß diese Konzepte ein bisschen klingen wie: „zurück zur Natur“. Dabei bleibt aber unberücksichtigt, wie viele technologische Erfindungen schon in den Startlöchern sitzen, um uns eine neue postmoderne Gesellschaft zu ermöglichen, die auch Zeit und Raum für die sozialen Beziehungen, ein Leben in Verbundenheit und die Selbstverwirklichung bietet. Ich habe zum Beispiel einen sogenannten Plantbot gesehen(ein intelligentes System, das deine Pflanzen versorgt, nur ernten mußt du noch selbst). In Singapur bauen Architekten Hochhäuser, die gleichzeitig Park und Garten sind und angesichts der steigenden Temperaturen in Singapore nicht nur ein angenehmes Wohnklima, sondern auch die pflanzliche Ernährung der Einwohner sicherstellen. Neue Fortbewegungsmittel mit Solar- und Muskelenergie werden entwickelt. Algen und Insekten zur Sicherung einer proteinreichen und gesunden Ernährung der gesamten Erdbevölkerung getestet, ohne riesige Flächen für Ackerbau und Viehzucht zu blockieren und so vieles mehr. Sich selbst versorgende Städte sind keine Utopie mehr, sondern realisierbar.

Unsere Habgier zu verlernen ist nicht nur für den Teil der Erde, der zu dem entwickelten zählt, wichtig, sondern noch mehr als Vorbild für die Länder und Menschen, die mit Neid auf unseren Wohlstand schauen. Doch da sind wir schon wieder beim nächsten Thema.

Deine Claudia